Der Survival-Experte Edward Michael Grylls alias «Bear Grylls» hat einmal erwähnt: «Wenn du in der Wildnis gestrandet bist und eine Palme mit Kokosnüssen gefunden hast, bist du schon fast gerettet.» Er hat nicht ganz unrecht; denn die Kokosnuss hat eine wahre Vielfalt an Nährstoffen und Verwendungen.

KOKOSWASSER – NICHT NUR ALS DURSTLÖSCHER 

Kokoswasser oder auch Kokosnusssaft werden meist aus jungen, noch grünen Kokosnüssen gewonnen: Dann weist die Nuss nämlich am meisten Saft auf. Doch auch wenn sie bereits reifer ist, trocknet sie nie ganz aus. Nicht nur in warmen Ländern wird Kokoswasser als Trinkwasserersatz sehr geschätzt; auch bei uns ist es kaum mehr wegzudenken. Kokoswasser hat sehr wenig Kalorien (10 bis 19 kcal pro 100 ml) und Zucker (1,8 bis 2,61 g pro 100 ml), jedoch eine grosse Menge an Eisen, Magnesium und Kalzium. Gerade deshalb wird es oft auch beim Sport als isotonisches Getränk eingesetzt: Denn wer viel schwitzt, sei dies beim Sport oder bei der Arbeit, verliert diese Mineralien.

Kokoswasser aus jungen Kokosnüssen wird bei längerem Kontakt mit Luft meist rosa oder sogar pink. Dies ist ein natürlicher Prozess, keine Qualitätsminderung, und hat weder Einfluss auf Geschmack noch Geruch – eher im Gegenteil, das Kokoswasser ist dann sehr süss und fruchtig. Wer es gern erfrischend und fruchtig mag, kann das Kokoswasser kühlstellen und mit verschiedenen Früchten anreichern. Ein perfekter Drink für heisse Sommertage.

ALLROUNDER KOKOSNUSS

Doch kann man nicht nur das Wasser aus der Kokosnuss verwenden, auch das Fruchtfleisch hat bereits seit längerer Zeit seinen festen Platz in unseren Küchen gefunden. Ob in einem Curry, in einem Smoothie oder beim Backen – Kokosraspeln, -mehl, -milch oder Kokosblütenzucker dürfen nicht fehlen. Dafür wird das Fruchtfleisch herausgelöst, getrocknet, gemahlen oder mit heissem Wasser übergossen und zu Milch verarbeitet. Für alle, die keine Kuhmilch vertragen oder konsumieren möchten, bietet die Kokosnuss auch hier eine optimale Alternative: Joghurt, Rahm oder Milch in verschiedenen Geschmacksrichtungen sind im Reformhaus oder Fachgeschäft erhältlich. Kokosöl wird zum Anbraten, aber vor allem in der Kosmetikindustrie verwendet. Es macht Haare glänzend und geschmeidig und die Haut samtig weich. Auch die Kokosschale kann zum Beispiel im Garten oder als Dekoration im Haus wiederverwendet werden.

UND DIE UMWELT?

Immer wieder sind die Urwaldabholzung und die «grüne Wüste» ein Thema in den Medien und bei Naturschützern. Die sogenannte grüne Wüste wird so bezeichnet, weil der Wald zwar grün ist, jedoch nur aus einer Pflanzenart besteht. Um die enorme Nachfrage an Kokosnüssen decken zu können, werden in manchen Teilen der Welt (wie Indonesien, Philippinen oder Indien) ganze 12,3 Millionen Hektaren als Anbaufläche genutzt, um jährlich über 60 Millionen Tonnen Kokosnüsse ernten zu können. Diese gewaltigen Flächen zerstören leider auch den Lebensraum dort heimischer Tiere und Pflanzen. Doch nicht alle Kokosnussplantagen sind betroffen: Einige Hersteller produzieren im Einklang mit der Natur und den Tieren und sorgen so für ein biologisches Gleichgewicht zwischen Kokospalmen und anderen Pflanzen; und lassen den einheimischen Tieren Platz zum Leben. Zudem werden die Bauern korrekt entlohnt und die Kinder können beispielsweise die Schule besuchen. Deshalb ist es sehr wichtig, beim Kauf von Kokosprodukten darauf zu achten, woher die Rohstoffe stammen und ob diese eine Zertifizierung aufweisen.

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DAS PERFEKTE ERFRISCHUNGSGETRÄNK FÜR ZUHAUSE ODER UNTERWEGS:

› 300 ml Kokoswasser pur (gekühlt)
› 1 Tasse Pfefferminz- oder Zitronenmelissentee (gekühlt)
› Saft von 1 bis 2 Limetten

Alles mischen und kühl stellen oder Eiswürfel beigeben. Nach Belieben können auch ein Schnitz Limette oder Pfefferminzblätter beigefügt werden. Prost!
Ein Hingucker sind auch Eiswürfel mit eingeschlossenen Beeren, Pfefferminz- oder Melissenblättern.